Urologie und Kinderurologie

Blasentumor

Wir führen alle Formen der operativen Behandlung des Blasenkarzinoms (Blasenkrebs) durch:

  • transurethrale Tumorresektion (TUR Blase)
  • Cystektomie (Entfernung der Blase) mit verschiedenen Ableitungsformen:
    Ersatzblase (orthotope Ileumneoblase) kontinent, Ileumconduit, Colonconduit, uretero cutane Neostomie, vordere Enteration etc.

In den letzten 10 Jahren haben wir ca. 40 – 50 Cystektomien im Jahr durchgeführt, so dass wir eine Erfahrung von ca. 450 Cystektomie in diesem Zeitraum haben. Unsere Techniken wurden kontinuierlich verbessert, dank verschiedener Entwicklungen der Geräte wie z.B. Schneidegerät und Koagulation (Argon), Ultrasession (Ultraschall), Kramer-techniken).

Die Operationzeiten wurden drastisch reduziert, im Durchschnitt 4,5 Stunden. Blutverlust wurde minimiert, so dass Bluttransfusionen nach radikaler Cystektomie unter 5 % liegen.
Die moderne Anästhesie und die Kürzung der Operationszeiten sowie die postoperative Schmerztherapie (Periduralkatheter) bewirken, dass die Patienten ab dem 1. Tag mobilisiert werden, so dass die Liegedauer der Patienten bis zur Entlassung im Durchschnitt bei 11 Tagen liegt.

Prostatakarzinom

Die kurative heilende Standardtherapie ist die suprapubische radikale Prostatektomie. Im frühen Stadium kann der Eingriff auch potenzerhaltend durchgeführt werden. Im fortgeschrittenen Erkrankungstadium stehen die antihormonelle Therapie und die Chemotherapie zur Verfügung.

Die Entscheidungsfindung hinsichtlich der optimalen Therapieform besprechen wir gemeinsam mit unseren niedergelassenen Kollegen.
Unsere Sprechstunden sind Dienstag und Freitag von 08.30 – 15.00.

Wir führen über 50 Prostatektomien jährlich durch. Unsere Erfahrung in den letzten 10 Jahren liegt bei ca. 500 Fällen.

In unserem Hause wird die Operation suprapubisch (Bauchschnitt) operiert. Bei einer Operation im frühen Erkrankungsstadium können die Gefäß-Nervenbündel erhalten bleiben (potenzerhaltende Operation).

  • Die Blutübertragung liegt unter 2 %.
  • Die Kontinenzrate liegt bei 97 %.

Auf Grund der standardisierten operativen Techniken liegen die Operationszeiten bei ca. 2 Stunden. Stationärer Aufenthalt des Patienten 8 Tage.

Nierenzellcarcinom

Wir führen neben der radikalen Tumornephrektomie (Entfernung der Niere, Lymphknoten und Nebenniere) auch organerhaltende Eingriffe (Erhaltung der Niere) durch, wenn der Tumor kleiner als 5 cm ist und es die Lokalisation zu lässt.

Wir führen diese Eingriffe in der Regel über Flankenschnitt oder transperitoneal (Bauchschnitt) durch. Insgesamt werden pro Jahr ca. 80 – 90 Eingriffe durchgeführt, von denen ca. 20 organerhaltend sind.
Die Liegedauer im Krankenhaus beträgt ca. 8 Tage.

Nierenbeckentumor und Harnleitertumor

In der Regel wird bei diesen Tumoren die Nephroureterektomie unter Mitnahme einer Blasenmanschette sowie die Entfernung der regionären Lymphknoten durchgeführt. In Ausnahmefällen bei tiefen Tumoren und Einzelniere kann ein Teil des Harnleiters entfernt werden.

Nebennierentumor

Dieser Tumor wird bei uns, nach praeoperativer Durchführung einer hormonellen Diagnostik und praeoperativer Vorbereitung über einen Flankenschnitt die betroffene Nebenniere entfernt.

Peniskarzinom

Nach einer Probenentnahme (PE) und dann in Abhängigkeit von der Tumorausdehnung, werden unterschiedliche Therapiekonzepte ausgearbeitet:
Lokale Tumortherapie, Laserbehandlung, partielle komplette Penisentfernung.
Bei ausgedehnten Penistumoren können auch die Lymphknoten inguinal entfernt werden, ggf. auch die Lymphknoten im kleinen Becken.

Gutartige Prostatavergrößerung (Prostataadenom)

Bei gutartiger Prostatavergrößerung mit Blasenentleerungsstörungen führen wir die videogesteuerte transurethrale Resektion der Prostata (TUR Prostata) in Niederdrucktechnik über die Harnröhre durch. Diese Methode ist nach wie vor der „goldene Standard“, sie ist komplikationsarm und effektiv.

Liegedauer im Krankenhaus: 5 Tage.

Bei sehr großer Prostatavergrößerung, über 120 g, erfolgt die Operation über einen Bauchschnitt (transvesikale Adenomenukleation). Liegedauer 8 Tage. Pro Jahr führen wir ca. 180 TUR Prostata und 20 transvesikale Adenomenukleationen durch.

Die Rate der postoperativen Harninkontinenz sowie erforderliche Blutübertragungen geht gegen Null.

Urethrastriktur (Harnröhrenenge)

Wir führen in unserer Klinik die Harnröhrenschlitzung (Sichturethrotomie) und die offene Harnröhrenchirurgie mit Segmentresektion und End- zu Endanastomose durch.

Nieren- und Harnleitersteine

Wir behandeln in unserer Klinik ca. 300 Steine pro Jahr. Die Behandlungform richtet sich nach der Größe, Lage des Steines sowie der Steinkomposition.

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), d. h. Nierensteinzertrümmerung mit Ultraschallwellen.

Multiple große Steine werden durch perkutane Nephrolitholapaxie (Schlüssellochchirurgie) entfernt.

Die Therapie der Wahl für Harnleitersteine ist die ureterorenoskopische Steinentfernung (mittels Zange, Dornier-Körbchen, Steinlithotripsie (Steinzertrümmerung mit Ultraschall oder pneumatisch).

  • Die Steinfreiheitsrate nach der 1. Behandlung liegt bei über 85 %.
  • Liegendauer bei Harnleitersteinen ca. 2 – 3 Tage.

Kinderurologie

Die Kinderurologie hat überregionales Einzugsgebiet. Ambulante Untersuchungen werden auf Überweisung durch einen Kinderarzt oder Urologen durchgeführt.
Kindersprechstunde: Dienstag und Freitag 13.30 – 15.00 Uhr

Die Vorhautverengung (Phimose) wird in Vollnarkose operiert. Mindestalter 2 Jahre, ambulanter Eingriff.
Leistenhoden, Leistenhoden mit Leistenhernie (offener Processus vaginalis), Bauchhoden wird über einen Leistenschnitt operiert. In enger Kooperation mit dem überweisenden Kinderarzt oder Urologen führen wir ca. 300 Eingriffe bei Kindern durch. Bei den Eingriffen bleiben die Kinder 1 Nacht stationär, zusammen mit einem Elternteil (Rooming in)

Urethraanomalien (z.B. Hypospadie)

Bei Säuglingen und Kleinkindern wird diese Anomalie durch bestimmte Operationstechniken korrigiert. Diese teils komplizierten Eingriffe werden von einem erfahrenen Operateur durchgeführt, zuvor erfolgt eine sehr eingehende Information und Aufklärung der Eltern.

Hydrocele (Wasserbruch), Nebenhodenentfernung

werden zur zum Teil ambulant durchgeführt.

Varikozele (Krampfaderbruch)

Diese werden vorwiegend, in 98 % der Fälle, in einem ambulanten Eingriff sklerosiert (verödet).

Ureterorenaler Reflux

Dieser wird in unserer Klinik nach Lich-Gregoir operiert. Der ureterorenale Reflux (Zurückfliessen des Urins von der Harnblase in die Niere) kann zur Nierenschädigung führen.
Liegedauer im Krankehaus 1 Woche.

Nierenbeckenausgangsenge (bei Erwachsenen und Kindern)

Diese Enge wird bei uns über einen Flankenschnitt beseitigt, s.g. Nierenbeckenplastik nach Anderson-Hynes.
Krankenhausaufenthalt 8 Tage.

Harninkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust)

Bei Frauen: Nach diagnostischer Klärung (urodynamische Messung, Anatomieveränderung des Beckenobdens) führen wir je nach Indikation eine TVT-Implantion (tension free vaginal tape) durch. Diese Operation wurde in den letzten 10 Jahren ca. 300 mal durchgeführt.

Vordere und hintere Netzeinlage zur Korrektur des Prolaps (Blasen- und Rektumsenkung).
Eine transabdominelle Sakropexie über Bauchschnitt wird bei ausgeprägter Vagina- und Blasensenkung durchgeführt. Wir führen ca. 25 Eingriff pro Jahr durch.

Bei Männern: Tritt häufig auf als Folge nach Prostataentfernung, Bestrahlung, etc.
Je nach Indikation führen wir Advance-Band (Einlage eines Bandes unter die Harnröhre, ähnlich der Bandplastik bei der Harninkontinenz der Frau) oder Scott-Sphinkter-Prothese (künstlicher Schließmuskel) durch.

Hodentumor

Entfernung des tumortragenden Hodens über einen Leistenschnitt (Hoden samt Samenstrang). Dann folgt eine Ausbreitungsdiagnostik mit CT vom Brustkorb und Bauchraum und evtl. eine Skelettszinigraphie.

Das Therapiekonzept basiert auf den feingeweblichen Befund und die Stadieneinteilung.

Prinzipiell je nach Befund kann eine so genannte wait and see (abwartende) Methode im Zusammenhang mit engmaschigen Kontrollen, Chemotherapie nach ausgereiften Konzept oder eine Bestrahlung erfolgen.

Eine Lymphknotenentfernung wird in einzelnen Fällen auch durchgeführt, am meisten bei Resttumor nach Chemotherapie.

Kooperation mit der Uniklinik Aachen

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Zertifikat „Zertifiziertes Prostatazentrum im DVPZ e.V.“ 2015

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